16 November 2011


große nacht


wer errechnete solches
wer sähe an
freudig tiefes erstaunen
das langsam stieg
als du aufgingst wie
jene hohe einsamkeit
der sterne
die nicht fehlgeht
auf ihrer bahn



15 November 2011


es wird einmal gewesen sein


ein paar kinder machten sich auf, die sonne zu suchen, denn es war kalt.
sie kamen in einen tiefen wald.

wenn wir den ausgang erst wieder gefunden haben, brüderlein, denn ich weiß ihn nicht mehr,
dann gehen wir miteinander in die weite welt weiter, wo der wind weht.

wie es im märchen so geht.

nun sind sie alt.
und auf krücken kommt man nicht weit. alles hat seine zeit.
nun bleiben sie endlich zu haus, wo immer das auch sei, wo sie immer schon waren, wo sie gerade sind.
mein reh, mein kind.

und aus.



12 November 2011



alter


der moment.
verhängt.
nicht zu sehen.
was du siehst.
das versagen.

irgendwie.



08 November 2011


du warst so klar


du warst so klar
das blaue vom himmel
als ich dich mit
in den abend nahm
und mich gebar



31 Oktober 2011


das leben der tausend einzelheiten


das leben aus tausend einzelheiten
in denen ein mensch seine zeit verliert
je älter er wird
seine zeit gewinnt

an denen sich das schwindende leben
von einer minute zur nächsten hangelt
gegen meine zeitlosigkeit
meine zeit

füllen das leben
sind dein leben für dich
dröselt leben sich auf
wie wenn ein faden sich löst
aus tausend einzelheiten
in denen es sich erfüllt
je älter der mensch wird



22 Oktober 2011


in den raum


ganz gleich
was noch kommt
es ist da
ein ruhendes
wahr
in einem garten
der sich selbst überlassen ist
wo du
bist



21 Oktober 2011


herbsthaiku


auf einmal hat er
es eilig, macht sich davon
mit meinem namen